In Vino Veritas

Gelatine im Fruchtsaft, Schweineborsten im Brot – die Skandale nehmen kein Ende.

Viele Lebensmittel, bei denen wirklich kein derartiger Zusatz erwartet wird, werden heute mit Dingen versetzt, die, wenn man es mal nüchtern betrachtet, wirklich nichts darin verloren haben. Die Verbraucher fühlen sich hinters Licht geführt. Deshalb sollte man nicht darauf warten, dass die Medien die nächste befremdliche Überraschung aufdecken, sondern einfach selbst prüfen, was man täglich konsumiert.

Wein z.B. ist höchst selten vegetarisch. Wussten Sie das?

Wein wird geschönt. Was heißt das?

Bei der Schönung wird der Wein von Schwebeteilchen befreit und somit eine spätere Trübung oder Schleierbildung verhindert.  Durch dieses Verfahren werden die Weine haltbarer und robuster gegenüber Temperaturschwankungen oder unterschiedlichen Lager- und Transportbedingungen gemacht.

Diese Klärung wird heute leider immer noch häufig mit tierischen Hilfsmitteln durchgeführt. Das „Fällen“ der Schwebeteilchen wird z.B. durch Eiklar, Gelatine oder durch die Schwimmblase von Fischen hervorgerufen. Früher war es die Hausenblase, also die Schwimmblase des Hauses, besser bekannt als Beluga, einer Störart, die aber inzwischen vom Aussterben bedroht ist. Deshalb wird die Hausenblase die im Grunde eine Darmausstülpung ist und dafür sorgt, dass der Fisch im Wasser schweben kann, durch die Organe anderer Knochenfische ersetzt. Kaviar-Fans machen sich jetzt sicher keine Sorgen. Milchallergiker hingegen sollten sich schon ihre Gedanken machen, denn auch Kasein, also das Milcheiweiß, wird zum Klären von Wein benutzt. In Spanien wird in ganz traditionellen Kellereien der Rotwein mit Stierblut geschönt. Vergeht Ihnen jetzt der Appetit? Das tut mir Leid.

Falls Sie wissen möchten, was Sie gerade zu sich nehmen, fragen Sie doch einfach mal nach.

Ich kann jedem nur raten, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, was man isst, trinkt, trägt oder benutzt. Seien Sie schlau und fangen sie, den Dingen auf den Grund zu gehen.

In diesem Sinne

Prost

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