Macht‘s die Milch wirklich?

Milch ist ein ganz wunderbares Nahrungsmittel … wenn man ein Kälbchen ist! Ob das als Munter-, Groß- und Starkmacher angepriesene Drüsensekret jedoch auch für uns Menschen gesund ist?

Fakt ist, dass der Mensch, als einziges Lebewesen der Welt, im Erwachsenenalter Milch trinkt. Und dann auch noch von einer anderen Spezies! Kämen Sie auf die Idee, die abgezapfte Muttermilch Ihrer Freundin zu trinken? Wahrscheinlich würden Sie sich davor ekeln, oder?

Ein Kalb trinkt Muttermilch

Ein Kalb trinkt Muttermilch

Kuhmilch ist dazu da, ein 45 Kilo schweres Kälbchen in ein 1000 Kilo Rind zu verwandeln.  Ein neugeborenes Kalb verdoppelt innerhalb von ca. 47 Tagen sein Gewicht. Somit kann man Milch also durchaus als Mastmittel einstufen. Aber nicht nur, dass sie Fettleibigkeit fördern kann. Es gibt inzwischen zahlreiche Studien darüber, dass mit wachsendem Milchkonsum die Osteoporoserate steigt. Dies hat folgenden Grund: Unsere verarbeitete Milch wird wegen ihres sehr geringen Mineralstoffgehaltes und ihres tierischen Eiweißes sauer verstoffwechselt. Nun ist unser wunderbarer Körper dazu in der Lage, diese Säureflut selbst auszugleichen. Würde unser Blut nur in geringem Maße übersäuern, würden wir an akuter Azidose sterben. Säuren werden durch Basen ausgeglichen. Basen sind Mineralien, die man im besten Fall durch pflanzliche Nahrung aufnimmt. Sind nun nicht genügend Basen durch die Nahrung aufgenommen worden, beginnt unser Körper sich die Mineralien aus seinen Reserven zu holen. Und die sind in erster Linie wo? Aha! In unseren Knochen und Zähnen! Unser Körper zieht also das Kalzium aus unserem Skelett um die Säure auszugleichen. Der Knochen wird porös.

Die USA mit ihrem weltweit größten Milchkonsum hat auch die höchste Osteoproserate. Länder, in denen keine Milch in welcher Form auch immer konsumiert wird, kennen so gut wie keine Osteoporose. Dass Milch eine Kalziumbombe ist und unsere Knochen stärkt, scheint also nicht zu stimmen. Dennoch ist es schwer, sich dieser falschen Werbeweisheit zu entziehen.

Über die weit verbreitete und längst zur Volkskrankheit mutierte Laktoseintoleranz wundert sich komischerweise auch keiner mehr. Der menschliche Organismus ist ungefähr nach seinem ersten Lebensjahr nicht mehr dazu in der Lage, das für die Laktoseverdauung notwendige Enzym Laktase herzustellen.  Und selbst wenn wir als Nordeuropäer über dieses Enzym verfügen, spaltet es die Laktose in Glykose und Galaktose. Glykose kann der menschliche Körper verwerten. Galaktose leider nicht. Die Laktose kann also einfach nicht richtig verdaut werden und wird in unserem Gewebe abgelagert – meist als Akne im Gesicht oder am Po in Form von Cellulite und, wenn man Pech hat, als grauer Star in den Augen. Bekommt Milch da nicht einen sehr bitteren Nachgeschmack?

All diese Dinge sollte man sich beim nächsten Latte Macchiatto einmal vor Augen halten.

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