Über Ché Vegana

Philosophie:

Wenn man etwas Großes bewegen will, muss man im Kleinen anfangen. Zu allererst bei sich selbst.
Fotomontage: Dário Krobath

Miriam Timm als Ché Vegana

Wie und warum ich vegan wurde? Nun, im Grunde fing alles mit einem Buch über basische Ernährung und Anti-Aging an. Das Thema hat mich total fasziniert, weil ich bereits in jungen Jahren eine schwere Herzkreislauferkrankung hatte, an der ich um ein Haar gestorben wäre. Ich starb nicht. Zu meinem großen Unbehagen wurden mir jedoch Medikamente verordnet, die ich laut der Ärzte mein Leben lang einnehmen sollte.

Als ich nun dieses Buch las, schien basische Ernährung plötzlich die Lösung all meiner gesundheitlichen Probleme zu sein. Und wie es aussieht, war es auch so. Ich stellte meine Ernährung auf basisch um: Das bedeutet, alles säurehaltige wurde vom Speiseplan gestrichen. Auf Fleisch verzichtete ich ohnehin schon seit Jahren, aber nun gab es keinen raffinierten Zucker mehr. Auch Salz gab es nur noch unraffiniert. Milchprodukte, Eier und Weißmehl vielen weg. Stattdessen gab es viel Gemüse und Obst, Kartoffeln, und Vollkorn.

Nach kurzer Zeit der Umstellung konnte ich meine Medikamente absetzen, ohne dass irgendetwas passierte. Obwohl mich fast alle Ärzte gewarnt hatten, geht es mir seit 5 Jahren absolut blendend ohne Gerinnungshemmer, die mich angeblich am Leben hielten. Was sagt man dazu?

Ich las mich immer weiter in die Thematik ein und schnell stieß ich auf den damals noch sehr belächelten Veganismus. Ich las Alicia Silverstones liebevolle Einführung und natürlich las ich „Skinny Bitch“. Was aber wirklich die große Wende für mich bedeutete, war der Film „Earthlings“. Diese schreckliche Dokumentation über Massentierhaltung, Schlachtungen und Tierquälerei hat mich von heute auf morgen zur Veganerin gemacht. Inzwischen bin ich durch und durch Tierschützerin! Ich kann es nicht mehr ertragen, welches Leid unseren Erdmitbewohnern angetan wird und es ist mir ein tiefes Anliegen dagegen vorzugehen.

„Wissen macht uns verantwortlich!“ (Che Guevara)

Da wir Veganer noch immer Pioniere sind, Revoluzzer und vielleicht auch Spinner, die die Welt verändern wollen, wählte ich den Namen Ché Vegana für meine Ideologie, in Anlehnung an den großen Revolutionär Che Guevara, der seine Ziele ebenfalls aus tiefster Überzeugung und mit großer Inbrunst verfolgte. Für meine Generation war Che Guevara DAS Pseudonym für Revolution. Und genau das ist es, was ich will! Ich will die Revolution! Ich will die Welt verändern! Und wie ich bereits oben schrieb, fange ich damit gerne im Kleinen an. Ich bin froh und stolz, eine Spinnerin zu sein!

Steve Jobs, der Gründer von Apple und mein persönlicher Held, sagte in seiner unvergessenen Rede von 2005 an der Stanford Universtity zu der lauschenden Menge: „Stay hungry! Stay foolish!“

Diesen Hunger nach Wissen und die Verrücktheit, etwas bewegen zu wollen, möchte ich gerne mit Ihnen teilen. Seien auch Sie ein Revolutionär! Informieren Sie sich! Schaffen Sie sich Ihr eigenes Bild von der Welt! Lassen Sie sich nicht blenden von Großkonzernen, die sich auf Kosten der Tiere bereichern. Lassen Sie sich nicht von Pharmaunternehmen einlullen, die sagen, dass Krankheitssymptome nur mit Medikamenten geheilt werden können. Seien Sie schlauer! Lesen Sie! Studieren Sie jeden Tag und ich bin mir sicher, Ihnen wird es schon bald besser gehen – nicht nur körperlich (falls sie krank sind), sondern auch seelisch. Wenn Sie erst einmal aufgehört haben, täglich die Angst der Tiere in sich hineinzuschaufeln (und das tun Sie, mit jedem Stück Fleisch, das mit Stresshormonen versetzt ist, die durch die Tötung ausgeschüttet werden), wenn Sie anfangen bewusst zu leben, mit reinem Gewissen und gutem Karma, dann werden Sie nach kurzer Zeit merken, dass Sie eine Entwicklungsstufe höher getreten sind.

Seien Sie neugierig! Verstehen Sie die Zusammenhänge! Haben Sie den Mut und begeben Sie sich auf eine abenteuerliche Reise! Der Menschheit, der Natur, der Umwelt und natürlich unseren wunderbaren Freunden, den Tieren, zuliebe.

Stay hungry! Stay foolish!

Ihre Miriam Timm